Ästhetische Chirurgie: Fettabsaugung (Liposuktion)

Schönheitsideale waren über die Jahrtausende vielen Änderungen unterworfen. Die Vorstellung vom idealen Körperbau, die von alten Ägyptern und griechisch-römischen Zivilisationen geschätzt wurde, hat noch immer Bestand, während die runden Formen, die von Rubens idealisiert wurden, heute nicht mehr als ideal gelten. In vielen Fällen kann Fettabsaugung dabei helfen, diesem neuzeitlichen Schönheitsideal wieder näher zu kommen.

Fettabsaugung wird als ästhetisch-chirurgisches Verfahren definiert, das subkutanes fetthaltiges Gewebe vom Körper entfernt, um das körperliche Erscheinungsbild den Idealvorstellungen der Neuzeit anzupassen. Beim Körperformverfahren steht dagegen die Behandlung von ungleich verteiltem Fett im Vordergrund, wenn beispielsweise in einigen Körperregionen zuviel Fett angelagert wurde und in anderen Regionen zuwenig.

Patienten, die sich für eine Fettabsaugung interessieren, haben zumeist eine Vielzahl nicht-chirurgischer Methoden zur Verringerung des Körperfetts ausprobiert. Häufig berichten sie, dass sie strenge Diät gehalten haben und sehr bemüht sind, die ihnen unangenehmen Körperregionen zu verstecken. Zunehmende Frustration und ein geringes Selbstwertgefühl führen dazu, dass soziale Situationen vermieden werden. Dabei ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass das Fettgewebe häufig nicht auf rigorose Diät oder Sportübungen reagiert.

Bei der Fettabsaugung wird das Körperfett mit Hilfe einer dünnen Saugkanüle abgesaugt. Dieses Verfahren ist sehr effektiv, wenn übermäßige Fettdepots an definierten Stellen entfernt werden soll. Diese Stellen können im Gesicht, am Kinn, an den Armen, in der Achselhöhle, an den Brüsten, dem Bauch, den Hüften, den Schenkeln („Reiterhosen“), am Knie oder an den Knöcheln liegen. Es gibt jedoch eine mengenmäßige Grenze, bis zu der Fett entfernt werden und die Körperform gestaltet werden kann. Gerade jedoch bei Patienten, die eine sehr ungleichmäßige Fettverteilung mit typischen Fettdepots an definierten Stellen aufweisen, kann die Absaugung sinnvoll sein und die gesamten Proportionen deutlich verbessern.

Fettabsaugung ist bei Patienten mit gut ausgebildeter Hautelastizität besonders wirkungsvoll, da nach der Fettentfernung überschüssige Haut entsteht, die sich dann allmählich zurückbildet. In den Fällen, in denen sich extreme Fettansammlungen gebildet haben, ist eine Fettabsaugung vorteilhaft, wenn man anschließend den Körperbereich mit Hilfe plastischer Chirurgie neu gestaltet. So profitieren auch ältere Patienten und solche mit nur geringer Gewebeelastizität von der Fettabsaugung in Verbindung mit traditionellen plastisch-chirurgischen Methoden wie der Abdominoplastie und der Schenkelspannung.

Die Operation

Bei der Fettabsaugung wird durch einen minimalen Schnitt (3mm) eine Saugkanüle in das Fettgewebe eingeführt. Mit Hilfe von Unterdruck wird das Fett abgesaugt, während der Chirurg die Kanüle hin und her bewegt. Die Saugkanülen haben einen Durchmesser von nur 1,5 bis 4 mm. Auf diese Weise werden Unregelmäßigkeiten wie Dellen vermieden. Die Operation wird unter Beruhigung und lokaler Betäubung durchgeführt. Es kann auch eine allgemeine Anästhesie notwendig sein. Mit dem Fett wird auch Gewebeflüssigkeit abgesaugt, größere Mengen Blutverlust werden jedoch vermieden.

 

Nach der Operation

Die meisten Patienten können bereits wenige Stunden nach dem Eingriff nach Hause gehen. Falls größere Mengen Fett entfernt worden sind (mehr als 5 Liter), sollte der Aufenthalt in der Klinik einen Tag länger sein.

Durch den Gebrauch von lokalen Betäubungsmitteln sind die Schmerzen nach der Operation nur gering und können mit Medikamenten behandelt werden. Nach der Operation wird ein spezieller elastischer Verband angelegt, um die Entstehung von postoperativen Ödemen und Blutergüssen auf ein Minimum zu begrenzen. Bereits 48 Stunden nach der Operation kann der Patient duschen und dazu den Verband abnehmen. Es wird empfohlen, den elastischen Verband 2-3 Wochen zu tragen. Der Patient kann nach wenigen Tagen wieder normale Tätigkeiten aufnehmen und an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. Direktes Sonnenlicht sollte jedoch vermieden werden und die behandelten Körperstellen sollten für 6-8 Wochen bedeckt bleiben bis sich die Blutergüsse zurückgebildet haben. Auch Sonnencreme sollte nur sparsam verwendet werden.